„Vergessen wir die Gastfreundschaft nicht!“ - Schulfahrt Taizé 2019

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Taizé ist ein Ort der Gemeinschaft, ein Ort, an dem man zu sich selbst und zur Religion findet, aber auch ein Ort der Toleranz. Wöchentlich reisen Menschen an und erleben die Besonderheit von diesem religiösen Zusammentreffen.

Wir, 20 Schülerinnen und Schüler aus den zehnten Klassen, sind dort aus den verschiedensten Gründen hingefahren. Manche von uns wollten ihren Glauben stärken, manche Gott finden, manche essentielle Fragen über das Leben beantworten, manche wollten sich selbst weiterentwickeln und neue Menschen und Ansichten kennen lernen, aber auch viele sahen Taizé als Chance, sich von dem Schulalltag zu befreien und sich von dem täglichen Stress loszureißen.

Wenn jemand noch nie in Taizé war, ist es denkbar schwer, sich diesen Ort vorzustellen, denn Taizé ist ein Ort für sich. Taizé beruht auf Zusammenarbeit und Gemeinschaft, denn alle beteiligten sich ein wenig beim Putzen, Kochen und der Essensausgabe. Das Essen ist bescheiden und man lernt das, was man hat, zu schätzen, denn auch hier achtet die Bruderschaft darauf, dass alles sparsam und möglichst ohne Abfälle abläuft.

Vor oder nach dem Essen findet immer ein Gottesdienst statt, welcher sich sehr von den gewöhnlichen Gottesdiensten unterscheidet. In der Kirche sitzt man auf dem Boden, auch die Brüder knien in einem mittleren Gang. Der Gottesdienst beginnt mit meditativem Singen von Liedern in allen Sprachen, die nicht länger als zwei Zeilen sind, dadurch wird der Inhalt sehr bewusst und man konzentriert sich, denn das Reden in der Kirche ist verboten. Nach dem Singen wird ein Auszug aus der Bibel vorgelesen, wieder in verschiedenen Sprachen und in der Mitte der Kirche.
Danach werden noch ein paar Lieder gesungen und dann beginnen 10 Minuten der Stille. Diese 10 Minuten sind sehr magisch, denn im gewöhnlichen Alltag nimmt man sich selten 10 Minuten für sich selbst in Ruhe. Jeder Gottesdienst endet dann mit Gesängen und am Abend singen die Leute bis in die Nacht hinein weiter. Am Samstagabend ist ein Lichtgottesdienst, in dem jeder eine Kerze bekommt und die Kirche von der Osterkerze ausgehend wie ein Lichtermeer erleuchtet ist.

Die Gemeinschaft wird auch außerhalb der Kirche am Oyak gestärkt. Das Oyak ist ein Ort des abendlichen Treffens der Jugendlichen, an dem man Getränke und Snacks kaufen kann. Musik wird auch gespielt und jeder darf mitmachen. Die Abendruhe setzt um 23.30 Uhr ein, denn am nächsten Morgen fangen nach dem Gottesdienst um 10 Uhr die Bibelgruppen an. Die Bibelgruppen diskutieren die von einem Bruder erläuterte Bibelstelle und übertragen diese auf unser Leben.
Allgemein setzt man sich viel mit Fragen über das Leben auseinander und diskutiert auch mit fremden Leuten.
Für uns waren diese 5 Tage sehr eindrucksvoll. Denn man verlässt Taizé nicht so wie man gekommen ist.

Die Taizé-Fahrt wird jährlich von den Fachschaften evangelischer und katholischer Religion angeboten und von Frau Spranger und Herrn Niemeyer organisiert. In diesem Schuljahr haben Frau Kling und Herr Niemeyer die Schüler begleitet.

Bericht: Marilena